Dienstag, 14. August 2012

Kerstin Gier: Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner


"Ich glaube, es war eine dumme Idee, einen Psychiater zu heiraten. Immer will er, dass wir über Probleme reden. Widerlich."

Inhalt:

Was würdest du ändern, wenn du die letzten fünf Jahre noch einmal leben könntest? Kati ist mit Felix glücklich, aber inzwischen hat sich der Alltag in ihr Liebesleben geschlichen - und damit die Zweifel: Ist es überhaupt eine gute Idee, mit ihm alt werden zu wollen? Als sie Mathias kennenlernt und sich in ihn verliebt, wird Katis Leben plötzlich kompliziert. Und turbulent. Besonders, als sie einen Unfall hat und im Krankenhaus wieder zu sich kommt. Exakt einen Tag, bevor sie Felix das erste Mal begegnet ist - fünf Jahre zuvor. Dieses Mal möchte Kati alles richtig machen - und sich für den richtigen Mann entscheiden...

Meine Meinung:

Nach jeder Menge blutiger Werwolfkämpfe und toter Kinder war Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner das perfekte Buch für mich. Kerstin Gier erzählt auf charmante und witzige Weise die Geschichte der sehr süßen Protagonistin Kati, die nicht nur einen Hang zu seltsamen Freunden, sondern auch eine Vorliebe für Dramatik hat. Sie und die anderen Figuren, allen voran die esoterische Linda, die mich mit der Suche nach einem Muttermundorgasmus unterhalten hat, sind mir schnell ans Herz gewachsen und so manches Mal konnte ich mir ein albernes Kichern nicht verkneifen. Die Handlung plätschert wunderbar seicht vor sich hin, ohne jedoch zu vorhersehbar und langweilig zu werden. Kerstin Giers Bücher machen einfach Spaß und landen hiermit alle ausnahmslos auf meiner Wunschliste.

Wertung:

**** von fünf Sternchen

Montag, 13. August 2012

Markus Heitz: Sanctum



gelesen von: Anna (Weltbild; festgebunden; nicht mehr neu erhältlich)

"Der Tag endete mit einer vollkommenen Niederlage. Und mit der Erkenntnis, dass die Jagd gefährlicher war, als sie es sich jemals vorgestellt hatten."

Inhalt:

Eric von Kastell versucht immer noch, den letzten Werwolfwelpen zu finden und Lena zu retten. Seine Suche führt ihn auch nach Rom, wo er mit dem Vermächtnis von Gregoria, einer geheimnisvollen Äbtissin aus dem 18.Jahrhundert, konfrontiert wird. Nachdem Gregoria wie durch ein Wunder einen Klosterbrand überlebt hatte, gründete sie mit Hilfe von  Jean Chastel einen geheimen Orden der Seraphim, der nur aus Frauen bestand und gegen die in Rom wütenden Werwölfe kämpfte. Doch Gregorias und Erics Schicksal ist nicht nur durch Jean untrennbar miteinander verbunden - Gregoria war auch die Hüterin des Sanctum, der heiligsten Substanz auf Erden, die Wunder wirken oder den Tod bringen kann. Kann das Sanctum Eric von seinem Fluch befreien?

Meine Meinung:

Markus Heitz' Sanctum birgt nicht nur eine Menge Spannung, ein paar blutige Auseinandersetzungen und eine gehörige Portion Romantik, sondern beantwortet auch alle Fragen, die nach der Lektüre von Ritus geblieben sind. Während Eric im 21. Jahrhundert Bekanntschaft mit einem mysteriösen Orden in Rom macht, der ihn bei seinem Kampf gegen drei verschiedene Gegner unterstützt, gründet Gregoria im 18.Jahrhundert eben genau diesen Orden, der mit Hilfe von Jean Chastel ebenfalls auf der Jagd nach Werwesen ist. Dabei ist Rom mit seinen beeindruckenden Bauwerken, engen Gässchen und Plätzen eine noch viel beeindruckendere Kulisse als die dichten Wälder Südfrankreichs. Die Auflösung der Frage, wie die beiden Handlungsstränge zusammenhängen, hat mich keineswegs enttäuscht und auf ein weitestgehendes Happy End musste ich zum Glück auch nicht verzichten.

Alle Geschichtsfans werden es lieben, dass Markus Heitz historisch belegte Tatsachen so beeindruckend mit Fantasy gemischt hat; so fügt sich der Kampf von Gregorias Orden gegen die Jesuiten perfekt in die damalige Zeit ein, als im Vatikan massiv gegen den Jesuitenorden vorgegangen wurde. Doch leider kann ich auch Sanctum nicht fünf Sternchen verleihen, dazu waren mir viele Kampfszenen zu blutig und erinnerten mich zu sehr an die schlechten Vampirfilme der 90er Jahre.

Wertung:

**** von fünf Sternchen


Donnerstag, 9. August 2012

Joanne K. Rowling: Harry Potter und die Kammer des Schreckens


gelesen von: Anna (Carlsen; festgebunden; 15,90 Euro)

"Und du, Junge? Harry tauchte wieder auf und mühte sich nach Kräften, keine Miene zu verziehen. Ich bin in meinem Schlafzimmer, mache keinen Mucks und tu so, als ob ich nicht da wäre., sagte er."

Inhalt:

Endlich wieder Schule!! Einen solchen Seufzer kann nur der ausstoßen, dessen Ferien scheußlich und dessen Erinnerungen  an das vergangene Schuljahr wunderbar waren: Harry Potter. Doch wie im Vorjahr stehen nicht nur Zaubertrankunterricht und Verwandlung auf dem Programm. Ein grauenhaftes Etwas treibt sein Unwesen in den Gemäuern der Schule - ein Ungeheuer, für das nicht einmal der mächtigste Zauberer eine Erklärung findet...

Meine Meinung:

Obwohl Harry zu Beginn von Die Kammer des Schreckens von einem sehr süßen und charmanten Hauselfen namens Dobby geraten wird, dass er nicht nach Hogwarts zurückkehrt, ist man als Leser unweigerlich überglücklich, als Harry, Ron und Hermine in das Zaubererschloss mit den sprechenden Gemälden, Hausgeistern und verwinkelten Korridoren zurückkehren. Wie bereits in Der Stein der Weisen wird man als Leser von der magischen Welt geradezu verzaubert und dank der Untaten, die ein unheimliches Wesen in den Gängen von Hogwarts treibt, kommt die Spannung auch nicht zu kurz. Harry Potter und die Kammer des Schreckens steht dem ersten Band in nichts nach und sollte von jedem Menschen da draußen mal gelesen werden.

Wertung:

***** von fünf Sternchen






Mittwoch, 8. August 2012

Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Stein der Weisen



gelesen von: Anna (Carlsen; festgebunden; 15,90 Euro)

"Er wird einmal berühmt werden. Wohin man auch kommt in unserer Welt, jedes Kind wird seinen Namen kennen."

Inhalt:

Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sei ein ganz normaler Junge. Zumindest bis zu seinem elften Geburtstag. Da erfährt er, dass er sich in Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, einfinden soll. Und warum? Weil Harry ein Zauberer ist. Und so wird für Harry das erste Jahr in der Schule das spannendste, aufregendste und lustigste in seinem Leben...

Meine Meinung:

Noch nie habe ich in einem Buch ein so ironisches Zitat gelesen wie in Harry Potter und der Stein der Weisen. Denn wohin man auch kommt in unserer Welt, jedes Kind kennt Harrys Namen. Das ist kein Zufall, sondern liegt einfach daran, dass Joanne K. Rowlings Bücher zu den spannendsten und liebevollsten Büchern auf der ganzen Welt gehören. Der erste Teil der siebenteiligen Reihe führt sowohl Harry, als auch den Leser zum ersten Mal in die Welt der Zauberer und Hexen ein und verzaubert uns mit der Entdeckung der Winkelgasse, mit den ungewöhnlichen Tieren in der Magischen Menagerie, mit Harrys erstem Quidditch Spiel und vor allem natürlich mit Hogwarts und seinen Bewohnern. Man fühlt sich rasch wie ein Teil der Handlung, schließt im Zug ebenso Freundschaft mit Ron wie Harry und befreit Hermine aus den Händen eines ekligen Trolls. Draco Malfoy wird unser persönlicher Erzfeind und wir geben uns möglichst viel Mühe, Professor Snape zu hassen... bis wir erkennen müssen, dass Harry noch viel gefährlichere Feinde hat. Alles in allem sind die Harry Potter Bücher die besten Jugendbücher der Welt und wenn sich irgendjemand hierher verirrt hat, der sie noch nicht gelesen hat: ab in die nächste Buchhandlung!

Wertung:

***** von fünf Sternchen

Markus Heitz: Ritus



gelesen von: Anna (Weltbild; festgebunden; nicht mehr neu erhältlich)

"Nur ein toter Wolf war ein guter Wolf."

Inhalt:

Frankreich im Jahre 1764: eine Bestie versetzt die Menschen des Gévaudan in Angst und Schrecken. Männer, Frauen, Kinder werden gehetzt - und getötet. Der König setzt öffentlich ein hohes Preisgeld auf den Kopf des Monsters aus. Der Vatikan hingegen entsendet Geheimermittler, die undurchsichtige Ziele verfolgen. Auch der Jäger Jean Chastel beteiligt sich an der Jagd auf die Bestie. Immer wieder kreuzen sich dabei seine Wege mit denen der ebenso energischen wie geheimnisvollen Äbtissin Gregoria. Beide können nicht ahnen, dass sie kaum mehr sind als Figuren in einem erschreckenden Spiel, das auch über 200 Jahre später noch nicht beendet sein wird...

Meine Meinung:

Markus Heitz' Ritus ist die erste Überraschung im Buchjahr 2012/2013. Obwohl ich eigentlich kein allzu großer Fantasy Fan bin, hat mich dieser Roman so in den Bann gezogen, dass ich ihn kaum aus den Händen legen konnte. Der Inhalt ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt: im 18. Jahrhundert jagen Jean Chastel und seine Söhne Pierre und Antoine einen Werwolf und werden selbst Opfer des grausamen Wandelwesens; im 21. Jahrhundert jagt ein Werwolfjäger namens Eric Wandelwesen auf der ganzen Welt. Natürlich kommt in beiden Handlungssträngen weder die Spannung noch die Romantik zu kurz, was mich aber wirklich gefesselt hat ist die Frage, wie die beiden Geschichten zusammenhängen. Leider gibt das Ende hierauf keine Antwort, Ritus endet mit einem richtig bösen Cliffhanger, sodass ich es kaum abwarten kann, den zweiten Teil in die Hände zu bekommen.

Die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet und vor allem die Protagonisten im 18. Jahrhundert wachsen einem schnell ans Herz und verraten Vieles über die Lebensverhältnisse zu dieser Zeit. Markus Heitz hat mich bei der Frage, wer der Werwolf ist, wirklich bis zum Schluss an der Nase herumgeführt und ich bin total gespannt darauf zu erfahren, wie der- oder diejenige zu einem Wandelwesen geworden ist. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass Eric ein so klischeehafter Werwolfjäger ist, dass ich seine Figur an manchen Stellen nicht ernst nehmen konnte. Darüber tröstet aber Markus Heitz' flüssiger Schreibstil hinweg, auf dem  man geradezu hinwegfliegen kann.

Wertung:

**** von fünf Sternchen







Sonntag, 5. August 2012

Jane Teller: Nichts. Was im Leben wichtig ist


gelesen von: Steffi

Pierre Anthon hatte gewonnen.
Aber dann machte er einen Fehler.
Er wandte uns den Rücken zu.

Inhalt: 

"Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun." Mit diesen Worten schockiert Pierre alle in der Schule. Um das Gegenteil zu beweisen, beginnt die Klasse alles zu sammeln, was Bedeutung hat. Doch was mit alten Fotos beginnt, droht bald zu eskalieren: Gerda muss sich von ihrem Hamster trennen. Auch Lis Adoptionsurkunde, der Sarg des kleinen Emil und eine Jesusstatue landen auf dem Berg der Bedeutung. Als Sofie ihre Unschuld und Johan seinen Zeigefinger opfern mussten, schreiten Eltern und Polizei ein. Nur Pierre bleibt unbeeindruckt. Und die Klasse rächt sich an ihm ... Eine erschütternde Parabel über das Erwachsenwerden, Erziehung und Gewalt in unserer Gesellschaft.

Andreas Steinhöfel: Die Mitte der Welt





gelesen von: Steffi

Liebe treibt dich dazu, die seltsamsten Dinge zu tun. Sie lässt dich regenbogenfarbene Bonbons verteilen, sie lässt dich in roten Schuhen durch die Strassen tanzen, und sie schreckt nicht davor zurück, dich nachts mit blutenden Händen Gräber in paradiesische Gärten hacken zu lassen.

“Geh sie besuchen. Von verrückten Leuten kann man eine Menge lernen.”  

Inhalt: 

Der siebzehnjährige Phil ist auf der Suche. So wenig er über seine Vergangenheit weiß, so chaotisch ist seine Gegenwart. Da ist zum Beispiel seine Mutter Glass mit ihren ständig wechselnden Liebhabern. Oder seine Zwillingsschwester Dianne, schroff und eigenwillig, mit Geheimnissen, die sie längst nicht mehr mit Phil teilt. Oder Annie, die verrückte Alte mit den roten Schuhen, die sich ausschließlich von Kirschlikör zu ernähren scheint und Nicholas, der Unerreichbare, in den sich Phil unsterblich verliebt hat. Phil sehnt sich nach Orientierung und Perspektiven. Und vor allem danach, mehr über sich selbst zu erfahren ...