Dienstag, 10. Juli 2012

Kurzrezensionen von Steffi

So, nachdem ich mit den Rezis einfach nicht mehr hinterher komme und es auch einfach Bücher gibt, zu denen ich nicht viel zu sagen habe, möchte ich hier in einem Post einmal alle Bücher, von denen ich mir sicher bin, dass ich nicht mehr dazu sagen möchte, eine Kurzrezi schreiben.

Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker


Sie begriff nicht, dass es heute die Pflicht eines Genies ist, verkannt zu bleiben.”

Kurzrezi:

Die Physiker sollte eigentlich jeder mal gelesen haben. Es ist ein kurzweiliges Buch, das Spaß bringt und gut unterhält. Allerdings kann man bei dieser Komödie auch viel zwischen den Zeilen lesen, eine Eigenschaft, die das Lesevergnügen nur steigert. 


Wertung:




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Lola Jaye: Für immer, Dein Dad


"Trotzdem will er möglicherweise wissen, warum er verlassen wird; vielleicht ist er ja Masochist (also ein bisschen komisch)."

Kurzrezi: 

"Für immer, Dein Dad" erinnert, wenn man nur den Klappentext liest ein wenig an Aherns "P.S.: Ich liebe dich" - nur findet in Jayes Werk ein Mädchen durch ein Tagebuch, dass sie bis zu ihrem 30. Geburtstag begleitet zurück ins Leben. Das Buch ist schön und anrührend, ohne jede Frage, und doch ist es kein page turner oder ähnliches. Es ist alles in allem aber gut und lesenswert.
Wertung: 






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Sophie van der Stap: Heute bin ich blond



"Soeben bin ich mir im Spiegel abhanden gekommen."

Kurzrezi: 

Das Buch ist die Bewegende Geschichte der Autorin, die als Jugendliche an Krebs erkrankt. Sie geht mit dieser Krankheit so besonders um, dass sie jemdem, der das Buch liest, unglaublich viel Kraft spendet. Leider liest sich das Buch nicht durchgehen spannend, gerade, als es auf das Ende zu ging, zog es sie wie Kaugummi. Da hab ich mir das ein oder andere Mal zu viel nachgesehen, wie viele Seiten es noch zu lesen sind. Trotzdem ist das Buch lesenswert, es beschreibt den Weg einer starken Frau.
Wertung:  





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John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

"Ich glaube trotzdem, dass er einen schrecklichen Fehler gemacht hat" – "Selbst wenn du das glaubst, darfst du es nicht laut sagen" – "Ich darf nicht sagen, was ich denke?"
 
Kurzrezi: 

"Der Junge im gestreiften Pyjama" ist eins der Bücher, die große Wellen bei der Erscheinung geschlagen haben. Und ich kann auch verstehen warum. Es liest sich spannend und ist interessant, es ist ein Kriegsbuch aus einer ganz anderen Perspektive. Und das Ende ist unerwartet und zeigt einem noch einmal ganz deutlich den Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Ein Buch, dass sich nett liest und auf jeden Fall gelesen werden sollte!

Wertung:





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Nina Blazon: Faunblut


"Die Dunkelheit spielte mit ihr, trieb sie vor sich her, gaukelte ihr Schritte vor, die ihr folgten oder vorausliefen."

Kurzrezi:

"Faunblut" ist ein Buch, dass definitiv im Genre Fantasy anzusiedeln ist. Es liest sich leicht, die Geschichte fließt geradezu dahin, sie ist spannend und eben auch fantastisch. Man muss sich darauf einlassen, doch die Welt von Jade macht es einem nicht gerade schwer. Auch ist es die Zeit des Umbruchs, in die man eintaucht und von der man sich begeistern lässt. Gekoppelt mit der Liebe von Jade zu Faun, ist es eine runde Geschichte, die trotz der viele Inhalte nicht überlaufen wirkt.

Wertung: 




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Jilliane Hoffman: Der Mädchenfänger


Sie hatte versucht sich aus ihrem Grab zu befreien...

Willkommen in Belle Glade.
Im Boden liegt unser Glück.

Kurzrezi: 

Ich lese selten Krimis, aber noch seltener Thriller. Die Bücher von Jilliane Hoffman fesseln jedoch immer wieder aufs neue. Auch der Mädchenfänger lässt einen kaum mehr los, hat man erst einmal angefangen ihn zu lesen. Die Geschichte ist fesselnd, man gerät beim Lesen an die eigenen Grenzen und ist mehr als nur einmal kurz davor, die letzten Seiten zuerst zu lesen, um herauszufinden, wie das Buch endet. Es ist ein Thriller der hält was er verspricht! Spannend bis zur letzten Seite.

Wertung: 





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Steve Lopez: Der Solist

  Ich möchte, dass das Konzert nie zu Ende geht.

Kurzrezi: 

Der Solist ist definitiv ein Buch, dass ich jedem einmal ans Herz legen möchte. Ein paar kennen vielleicht auch den Film, der fast so schön, wie das Buch ist. 
Das Buch ist jedoch um einiges besser nachzuvollziehen, man leidet mit Steve Lopez mit, der sich um den schizophrenen Musiker Nathaniel Ayers kümmert. 
Nach und nach erzählt sich eine Geschichte von Freundschaft und dem Kampf gegen eine Krankheit, die unbesiegbar scheint.

Wertung:





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Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht

"Niemand von uns weiß genau, wie viel Einfluss wir auf das Leben der anderen haben. In der Regel gibt es keine konkreten Hinweise, und so machen wir einfach weiter, ohne unser Verhalten zu überdenken."

Kurzrezi:

Das ist ein Jugendbuch, dass definitiv jeder mal gelesen haben sollt. Es ist so fesselnd, dass man es einfach keinen Mooment zur Seite legen kann. Mann muss weiter lesen, egal, ob man eigentlich Wäsche waschen, aufräumen, lernen, oder irgendwas anderes machen sollte. Das Buch erzählt die Geschichte von Hannah Baker, einem Mädchen, dass sich das Leben genommen hat. Und statt eines Abschiedsbrief hinterließ sie Kasetten, die sie an die Menschen schickt, die sie ihrer Meinung nach in den Tod getrieben haben. Doch auch Clay erhält die Kasetten und fühlt sich nicht als Hannahs Peiniger. Doch warum hat er dann die Kasetten erhalten, wenn er Hannah doch nichts angetan hat? Das ist die Frage, die auch den Leser nicht mehr los lässt. Das Buch ist ein echter page turner, man muss es fertig haben, bevor man es aus der Hand legen kann.

Wertung: 




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Jonathan Stround: Die Spur ins Schattenland


Meine Panikreflexe funktionieren einwandfrei, da kann ich in Zukunft beruhigt sein. Ich schnappte nach Luft, meine Haare standen zu Berge, ein eiskalter Schauer durchfuhr meinen Körper und mein Herz pochte so stark, dass es mir fast zum Mund herausgehüpft wäre.

Kurzrezi: 

Wenn ich mich nun entscheiden müsste, in welchem Genre das Buch anzusiedeln ist, wüsste ich nicht weiter. Es könnte Fantasy sein, aber auch etwas ganz anderes. Eins ist das Buch auf jeden Fall: fesselnd. Charlie sucht ihren Freund Max, von dem alle glauben, er sei ertrunken. Aber sie weiß es besser, sie weiß, dass er im Schattenland gefangen gehalten wird. Und so begibt sie sich nach und nach in ihren Träumen, in denen sie das Schattenland betreten kann, auf die Suche nach ihrem Freund. Doch sie kann das Schattenland nur betreten, wenn sie schläft, während auf der "anderen Seite" auch tagsüber die Zeit verinnt, zumindest wird ihr das von einem scheinbaren Freund und Bewohner des Schattenlandes erklärt. Auch, wenn man das Buch beendet hat, weiß man als Leser nicht, ob das Schattenland existiert, oder ob Charlie durch den Glauben an das Schattenland und ihre Reisen dorthin den Tod ihres besten Freundes verarbeitet. Man kann zwischen Traum und Realität kaum noch unterscheiden, so sehr nimmt das Buch einen mit in Charlies Welt - und damit auch in das Schattenland... 

Wertung: 




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Alessandro Baricco: Novocento - Die Legende des Ozeanpianisten


 Du musst nicht denken, dass ich ungkücklich bin: Ich werde es niemals mehr sein.

Kurzrezi: 

Novocento ist ein Monolog, der berührt. Die 90 Seiten lesen sich schnell, dadurch, dass es wie ein Drama aufgebaut ist, entstehen vor den Augen Bilder, als wäre man im Theater. Die Geschichte ist schön, sie lädt zum träumen ein und berührt. 

Wertung: 







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Heinrich Maria Denneborg: Jan und das Wildpferd



Der Richter musterte Balthasar von allen Seite und erklärte: "Ich gestehe, dass ich dieses Pferd nicht töten könnte."


Kurzrezi: 


Auf das Kinderbuch bin ich durch meine Jugendliteraturvorlesung aufmerksam geworden. Es liest sich schnell, die Geschichte wird besonders durch Natz, den Knecht sehr unterhaltsam und auch die Liebe von Jan zu Baltasar berührt- 
Alles in allem ein schönes Kinderbuch.




Wertung: 



Sonntag, 24. Juni 2012

Jodi Picoult: Auf den zweiten Blick


gelesen von: Anna (Piper; Taschenbuch; 9,95 Euro)

"Manchmal, wenn wir alleine waren, redete Alex im Bühnenton mit mir. Manchmal ignorierte er mich stundenlang, um mich dann plötzlich ins Schlafzimmer zu zerren, wo er mich mit einer Leidenschaft nahm, die an Gewalt grenzte."

Inhalt:

Der Polizist Will liest in Los Angeles eine junge Frau auf, die nicht weiß, wer sie ist. Er hilft ihr und versucht, ihre Identität herauszufinden. Bald meldet sich Alex Rivers, der berühmte Schauspieler, und identifiziert sie als seine schwangere Frau Cassie. Als er ihr den liebevollen Ehemann vorspielt, kehren in ihr bedrohliche Erinnerungen an die Beziehung mit ihm zurück...

Meine Meinung:

Auf den zweiten Blick ist in erster Linie ein typischer Jodi Picoult Roman: das zwischenmenschliche/soziale Problem heißt in diesem Fall häusliche Gewalt und durch den ungewöhnlichen Aufbau des Romans ist die Geschichte von Cassie bis zur letzten Seite so spannend, dass man das Buch kaum aus den Fingern legen kann.

Wie gewohnt, sind Picoults Figuren auch in diesem Roman unglaublich sympathisch und ihre Handlungen verständlich und nachvollziehbar. Doch anstatt wie üblich häufig die Perspektive zu wechseln, hat die Autorin einen großen Teil der Mitte des Buches nur aus Cassies und Alex' Perspektive geschrieben, sodass die dritte Hauptfigur, Will, bei mir fast etwas in Vergessenheit geraten ist und ich Schwierigkeiten hatte, wieder in die Geschichte hineinzufinden. Etwas versöhnlich hat mich aber Cassies Zeit bei Wills Großeltern, die in einem Indianerreservat leben und Cassie ihre Kultur und Tradition näher bringen. Ähnlich wie in Beim Leben meiner Schwester überrascht auch hier das Ende, worüber man sich zwar ziemlich aufregen kann, nichtsdestotrotz muss man Jodi Picoult eines lassen: ihre Geschichten sind direkt aus dem Leben gegriffen und entsprechen leider oftmals der Realität.

Wertung:

*** von fünf Sternchen

Donnerstag, 21. Juni 2012

Astrid Lindgren: Der beste Karlsson der Welt

gelesen von: Anna 

"Was ist das für ein rätselhaftes und seltsames Ding, das hier in Stockholm umherfliegt? Die Leute behaupten, eine ungewöhnlich kleine fliegende Tonne oder etwas Ähnliches komme hin und wieder mit kräftig brummendem Motor über die Hausdächer im Vasaviertel gesaust. Das Luftfahrtministerium weiß nichts von diesem merkwürdigen Flugverkehr, und daher ist der Verdacht entstanden, daß man es mit einem unheimlichen ausländischen Spion zu tun habe..."

Inhalt:

Tirritieren, schabernacken, figurieren - das sind (außer essen) Karlssons Lieblingsbeschäftigungen. Mit einer Spielzeugpistole, furchterregenden Verwandlungskünsten und einer entnervenden Logik setzt er die Leute in Schrecken und Verwirrung. Er läßt die Badewanne überlaufen, erzeugt mit einer wassergefüllten Tüte den kolossalsten Platsch der Welt und verursacht ein Schneegestöber aus einem Daunenkissen. Er konstruiert eine Diebesfalle und betätigt sich als Schnarchforscher und Schreckse (schreckenverbreitende Hexe). Lillebror macht sich Sorgen um seinen allzu unbekümmerten Freund, auf den ein Kopfgeld ausgesetzt ist; er wird nämlich für einen unheimlichen ausländischen Spion gehalten. Doch pfiffig schlägt Karlsson seinen Verfolgern ein Schnippchen und verdient sich die Prämie selbst. Wie er das macht, möchtet Ihr wissen? Dann lest dieses Buch, in dem alles ganz genau beschrieben wird.

Meine Meinung:

Die Geschichten von Karlsson und Lillebror gehören ohne Zweifel zu den Schönsten aus Astrid Lindgrens Feder. Jedes Kind und jeder Erwachsene kann an einem grauen Nachmittag am heimischen Schreibtisch davon träumen, dass ein kleiner Mensch mit Propeller auf dem Rücken vor dem Fenster auftaucht und ihn mit auf seine Abenteuer nimmt. Was waren das noch für Zeiten, als Kinder ihre Tage total versunken in Astrid Lindgren Bücher verbracht haben und nicht stundenlang vor ihrer Playstation saßen...

Wertung:

 ***** von fünf Sternchen

Jodi Picoult: Neunzehn Minuten


gelesen von: Anna (Piper; Taschenbuch; 9,99 Euro)

"Manchmal empfand Josie ihr Leben als ein Zimmer ohne Türen und Fenster. Es war ein
Luxuszimmer, zugegeben, ein Zimmer, um das die halbe Sterling Highschool sie beneidet
hätte, aber es war auch ein Zimmer, aus dem es kein Entrinnen gab."


Inhalt:

In neunzehn Minuten kann man das Gras in seinem Vorgarten mähen, die Haare färben oder einen Kuchen backen. Neunzehn Minuten dauert es mit dem Auto von Vermont ins beschauliche Sterling, New Hampshire. In neunzehn Minuten kann man die Welt zum Stillstand bringen und einfach aus ihr herausfallen: Neunzehn Minuten kostet es, Rache zu nehmen. Das hat der siebzehnjährige Peter Houghton getan. Noch weiß niemand in Sterling, wofür, doch mit diesem unaussprechlichen Akt der Gewalt ist die Welt des kleinen Orts für immer aus den Angeln gehoben. Und während Peter sich für den Tod von zehn Mitschülern verantworten muss, beginnt jeder in Sterling, über die Hintergründe seiner Tat nachzudenken... Sorfältig recherchiert und sensibel erzählt greift die Bestsellerautorin Jodi Picoult ein brisantes Thema auf.

Meine Meinung:

In Neunzehn Minuten greift Jodi Picoult mal wieder ein unangenehmes Thema auf. Der Amoklauf des siebzehnjährigen Peters, bei dem zehn Jugendliche ums Leben kommen, wird auf 480 Seiten aus unterschiedlichen Perspektiven und auf verschiedenen zeitlichen Ebenen beleuchtet, wodurch der Roman wahnsinnig spannend und interessant bleibt. Wiedereinmal zeichnet Jodi Picoult die Figuren in dieser Geschichte so gefühlvoll und genau, dass man sich als Leser schnell sogar in den Täter hineinversetzen kann und dessen Beweggründe beinahe nachvollziehen kann. Besonders Josie, Peters Freundin aus Kindertagen, ist mir mit all ihren Selbstzweifeln und ihrer unermüdlichen Suche nach ihrer Stellung in der Gesellschaft ans Herz gewachsen.

Während sich die meisten Romane, die sich mit Amokläufen beschäftigen, wie eine Anklage an den Täter oder an die Gesellschat lesen, verwischt Jodi Picoult die Grenze zwischen Tätern und Opfern, bedient dabei aber leider auch jede Menge Klischees. Die Verhältnisse, in denen Peter aufwächst, seine Charakterzüge und die Situation in seiner High School könnten aus jedem beliebigen Zeitungsartikel über jeden beliebigen Amoklauf stammen. Dadurch wirken die Grundzüge des Romans etwas lieblos, was aber durch Picoults großartigen Schreibstil und ihre spannende Art, Geschichten zu erzählen, wieder aufgefangen wird.

Wertung:

**** von fünf Sternchen


Donnerstag, 24. Mai 2012

F. Scott Fitzgerald: Der seltsame Fall des Benjamin Button


gelesen von: Steffi

Sie begleitete ihn zwar noch, wenn er in Gesellschaft ging, doch ohne Enthusiasmus, schon angefressen von der Trägheit, die jeden von uns irgendwann ereilt, die heimlich, still und leise von uns Besitz ergreift und uns bis ans Ende unserer Tage nicht mehr loslässt.

Inhalt:

Ein seltsames Baby ist zur Welt gekommen: kein süßer kleiner Fratz, der seine Eltern beglückt, sondern ein akter Mann mit Bart. Sein Name: Benjamin Button. Ein schweres Schicksal ist ihm vorherbestimmt: Er durchläuft das Leben rückwärts - und wird von Tag zu Ta jünger. Als Benjamin schließlichi m Alter von fünfzig Jahren die zwanzig Jahre jüngere Hildegarde kennenlernt, steht für ihn, der sein Leben lang nie geliebt wurde, alles auf dem Spiel.

Freitag, 4. Mai 2012

Sara Gruen: Wasser für die Elefanten


gelesen von: Anna (Dumont; Kindle-Version; 7,99 Euro)

"Ich rede nicht oft über damals. Habe ich noch nie. Ich weiß nicht, warum - fast sieben Jahre lang habe ich beim Zirkus gearbeitet, und wenn das keinen Gesprächsstoff liefert, was dann. Ehrlich gesagt weiß ich warum. Ich habe mich nie getraut. Ich hatte Angst, es würde mir herausrutschen. Ich wusste, wie wichtig es war, ihr Geheimnis zu hüten, und das tat ich auch - ihr Leben lang und darüber hinaus. Siebzig Jahre lang habe ich keiner Menschenseele davon erzählt."

Inhalt:

Letztes Jahr in Chicago: Der über 90-jährige Jacob Jankowski beobachtet, wie ein Zirkus seine Zelte aufschlägt. In ihm werden Erinnerungen an eine Zeit wach, die die beste und die schlimmste seines Lebens war …Siebzig Jahre zuvor: Jacob steht nach dem Unfalltod seiner Eltern vor dem Nichts. Verzweifelt springt er auf irgendeinen Zug auf – und landet bei Benzinis spektakulärster Show der Welt, einem drittklassigen Wanderzirkus. Unter Artisten, menschlichen Kuriositäten, den überall hinter den Kulissen schuftenden Arbeitern und den wunderbaren Tieren der Menagerie findet Jacob rasch Freunde. Und bald verliert er auch sein Herz: an die zauberhafte Dressurreiterin Marlena – und fast gleichermaßen an Rosie, eine reizende, verfressene Elefantendame, die hartnäckig jedes Kunststück verweigert. Leider ist Rosies Sturheit in den Hungerzeiten der Großen Depression ein echtes Problem – wenn auch kein so großes wie Marlenas gefährlich eifersüchtiger Ehemann.Letztes Jahr in Chicago: Ein sehr alter Mann beschließt, noch einmal in den Zirkus zu gehen – und ein neues Abenteuer beginnt …

Meine Meinung:

Wasser für die Elefanten ist ein wunderschönes, rührendes Buch, das einen mit seiner poesievollen Sprache direkt in die Illusionen und Desillusionen eines Wanderzirkus der alten Schule entführt. Zwischen zauberhaften Showeinlagen, brutalen Ausrastern des tyrannischen Zirkusdirektors und einer kitschigen Liebesgeschichte, kann man sich als Leser stundenlang verlieren.

Auf 416 Seiten wachsen einem einige Protagonisten ans Herz, andere lernt man so sehr zu verabscheuen, dass man sich während der Lektüre beim Fluchen erwischt. Die Hauptfigur Jacob, ein junger angehender Tierarzt überzeugt mit seinem großen Herz für Tiere, insbesondere für die Elefantendame Rosie, und seiner jungenhaften Naivität, die ihn sich nicht nur in die schöne Marlena verlieben lässt, sondern ihn auch in mehrere waghalsige Situationen stürzt, aus denen er immer nur knapp heil entkommt. Dank dieser Situationen und der tragischen Liebesgeschichte, kann man den Roman kaum aus der Hand legen, obwohl ich es mir so manches Mal verkneifen musste, die Augen zuzukneifen. Denn eins darf man nicht außer Acht lassen: in Wasser für die Elefanten werden Menschen vom fahrenden Zug geworfen, Wehrlose heftig verprügelt und Tiere so lange gequält, bis Blut fließt.

Doch genau das macht den eigentlichen Zauber von Sara Gruens Roman aus: während die Zuschauer von Benzinis spektakulärster Show der Welt einen Ort voller Magie erleben, sieht der Leser hinter die Kulissen des Zirkus und kann letztendlich selber entscheiden, ob dieser der Himmel oder die Hölle auf Erden ist.

Wertung:

**** von fünf Sternchen


Dienstag, 1. Mai 2012

Lorna Graham: Zwei Zimmer, Küche, Geist

gelesen von: Steffi


Als ich noch das Glück hatte, am Leben zu sein, habe ich es damit vergeudet, mich erbärmlich zu fühlen.

Inhalt: 

Eve kann ihr Glück nicht fassen: Ein traumhaft schönes Apartment im angesagtesten Viertel New Yorks, und noch dazu spottbillig. Wo ist der Haken? Der Haken heißt Donald, ist permanent schlecht gelaunt und tot. Der Geist eines erfolglosen Dichters geht Eve schwer auf die Nerven und zwingt sie, seine miesen Texte aufzuschreiben, damit die Welt endlich sieht, dass er zu Unrecht erfolglos war. Noch dazu mischt er sich in ihr (Liebes-)Leben ein und seine Dating- Tipps sind leider mindestens so schlecht wie seine Gedichte. Blöd für Eve, lustig für die Leserin.